ÖkoFEN Pellematic Plus: Touch-Steuerung und Bedienung im Überblick
Die ÖkoFEN Pellematic Plus ist nicht nur für ihre effiziente Pelletverbrennung bekannt, sondern auch für ihr durchdachtes Bedienkonzept. Mit dem zentralen Touch-Display und der optionalen App-Steuerung bietet sie eine moderne und intuitive Kontrolle über die gesamte Heizungsanlage. Dieser Artikel beleuchtet die praktischen Aspekte der Steuerung und Bedienung, von der täglichen Nutzung bis zur Optimierung der Heizkurve.
Wie funktioniert die Touch-Steuerung der ÖkoFEN Pellematic Plus?
Das Herzstück der Bedienung ist ein farbiges Touch-Display, das fest am Kessel montiert ist. Die Oberfläche ist in logische Menüs unterteilt: „Heizen“, „Warmwasser“, „Informationen“ und „Einstellungen“. Durch einfaches Wischen und Antippen können Sie die Raumtemperatur anpassen, die Warmwasserbereitung planen oder den aktuellen Betriebsstatus ablesen. Die Darstellung ist klar und auch für weniger technikaffine Nutzer gut verständlich. Anders als bei älteren Modellen mit vielen Tasten erlaubt die Touch-Steuerung eine direkte visuelle Rückmeldung – etwa wenn Sie die Heizkurve um 0,2 Kelvin verschieben, sehen Sie sofort die Auswirkungen auf die Vorlauftemperatur in einer Grafik.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, bis zu drei Heizkreise unabhängig voneinander zu steuern. Haben Sie beispielsweise einen Heizkreis für die Fußbodenheizung im Erdgeschoss und einen separaten für Heizkörper im Obergeschoss, können Sie für jeden eigene Zeitprofile und Temperaturen festlegen. Das Display zeigt dabei stets den aktuellen Status jedes Kreises an. Ein typisches Szenario: Sie stellen die Fußbodenheizung auf 22 °C von 6 bis 22 Uhr, während die Heizkörper im Schlafzimmer nur morgens und abends auf 20 °C geheizt werden – alles über die Touch-Steuerung konfigurierbar.
Für die Erstinstallation oder komplexere Einstellungen wie die Anpassung der Hydraulikschaltungen ist jedoch ein Heizungsfachmann zu empfehlen. ÖkoFEN bietet zudem einen detaillierten Installations- und Bedienungsleitfaden, der im Displaymenü hinterlegt ist. Beachten Sie, dass die Touch-Steuerung nicht für die Fernwartung über das Internet gedacht ist – das übernimmt die separate App-Steuerung (siehe ÖkoFEN Pellematic Plus: App und Fernsteuerung).

Welche thermischen Komponenten sind betroffen?
Die Steuerung überwacht und regelt direkt mehrere kritische thermische Komponenten. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die häufigsten Probleme, ihren Schweregrad und die empfohlenen Maßnahmen.
| Problem | Schweregrad & Maßnahmen |
|---|---|
| Vorlauftemperatur weicht dauerhaft >5 °C vom Sollwert ab | Handlungsbedarf mittelfristig. Überprüfen Sie die Heizkurveneinstellungen im Touch-Menü. Oft liegt es an einer falschen Neigung oder Verschiebung der Kurve. Ein Fachmann kann die hydraulische Weiche oder den Mischer prüfen. |
| Warmwassertemperatur erreicht Sollwert nicht (z.B. 45 °C statt 55 °C) | Handlungsbedarf zeitnah. Prüfen Sie, ob die Warmwasserpriorität aktiviert ist (Menü: Warmwasser > Priorität > Ja). Möglicherweise ist die Zirkulationspumpe defekt oder der Speicherfühler ungenau. Die Steuerung zeigt in der Regel einen Fehler an. |
| Raumtemperatur schwankt trotz konstanter Heizkurve um mehr als 2 °C | Handlungsbedarf prüfen. Meist liegt es an fehlendem hydraulischen Abgleich oder an offenen Thermostatventilen. Die Steuerung arbeitet korrekt, aber die Raumregelung der Heizkörper kann nicht nachjustieren. Tipp: Nutzen Sie die optionale Raumfühler-Option für präzisere Regelung. |
| Kessel erreicht Betriebstemperatur nicht oder zu langsam | Dringend. Dies könnte auf einen verstopften Wärmetauscher oder defekten Temperaturfühler hinweisen. Schalten Sie den Kessel aus und rufen Sie den Kundendienst. Die Steuerung kann dies nur anzeigen, nicht selbst beheben. |
Ein typisches Beispiel: Ein Kunde stellte fest, dass der Kessel morgens um 8 Uhr nur 55 °C Vorlauftemperatur erreichte, obwohl 65 °C eingestellt waren. Nach Überprüfung der Steuerungseinstellungen zeigte sich, dass die Heizkurve aufgrund einer versehentlichen Verschiebung um 3 Kelvin zu flach war – eine einfache Korrektur im Touch-Menü löste das Problem.
Wie optimiere ich die Heizkurve über das Display?
Die Heizkurve ist das zentrale Element der Regelung. Sie bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur steigt. Im Menü „Einstellungen > Heizkurve“ können Sie zwei Parameter anpassen: die Neigung (Steilheit der Kurve) und die Verschiebung (Parallelverschiebung der Kurve nach oben oder unten).
Praktische Vorgehensweise: Nehmen Sie an, Ihre Fußbodenheizung braucht bei 0 °C Außentemperatur eine Vorlauftemperatur von 35 °C. Wenn es -10 °C sind, sollte die Vorlauftemperatur etwa 45 °C betragen – das ergibt eine Neigung von ca. 1,0. Die Verschiebung korrigiert den Sockelwert: Ist Ihnen bei 10 °C Außentemperatur (also keiner Heizlast) die Vorlauftemperatur zu niedrig, erhöhen Sie die Verschiebung um 0,5 Kelvin. Das Display zeigt eine Live-Grafik, sodass Sie sofort sehen, wie sich die Änderung auf die Kurve auswirkt. Ein häufiger Fehler ist zu steiles Einstellen: Steigt die Vorlauftemperatur schnell an, neigt der Kessel zum Takten, was den Wirkungsgrad verschlechtert (weitere Details im Artikel ÖkoFEN Pellematic Plus: Leistung und Wirkungsgrad).
Für die optimale Einstellung sollten Sie das System mindestens 3–5 Tage beobachten. Notieren Sie die Außentemperatur und die erreichte Raumtemperatur. Die Steuerung selbst bietet eine Aufzeichnungsfunktion, die Sie im Menü „Informationen > Verlauf“ finden. Dort sehen Sie Kurven für Vorlauf-, Rücklauf- und Außentemperatur über die letzten 7 Tage – ein mächtiges Werkzeug zur Fehlersuche.
Was tun bei Fehlermeldungen am Display?
Die Pellematic Plus zeigt bei Störungen klare Fehlercodes und optional eine Kurzbeschreibung an. Die häufigsten Meldungen sind:
- Fehler F4: Zündfehler – oft kein Zündstrom oder defekte Zündelektrode. Siehe ÖkoFEN Pellematic Plus: Fehlercode F4 beheben.
- Fehler F7: Übertemperatur – meist Lufteinbruch im Brennraum oder Lüfterstörung. Prüfen Sie die Abgaswege.
- Fehler EA: Kommunikationsproblem mit dem Saugsystem – siehe ÖkoFEN Pellematic Plus: Schneckenzuführung prüfen.
- Hinweis „Reinigung erforderlich“: Nach etwa 100–200 Betriebsstunden erscheint diese Meldung. Drücken Sie auf „Reinigung bestätigen“, nachdem Sie die Aschereinigung und Wartungsintervalle durchgeführt haben.
Das Display gibt bei jedem Fehler eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, ob Sie selbst eingreifen können (z.B. „Tür schließen und bestätigen“) oder ob ein Fachmann gerufen werden muss. Ein nützlicher Tipp: Wenn der Fehler nach Neustart des Kessels (wie beschrieben im Menü) verschwindet, aber nach 3 Tagen wiederkehrt, liegt ein strukturelles Problem vor – notieren Sie den Fehlercode und rufen Sie den ÖkoFEN-Kundendienst an.
Wie funktioniert die Wochenzeitschaltung?
Die integrierte Wochenzeitschaltung erlaubt es, für jeden Heizkreis und die Warmwasserbereitung separate Zeitfenster zu definieren. Sie können für jeden Wochentag bis zu 3 Schaltzeiten festlegen – z.B. für morgens (Heizung an), tagsüber (reduziert), abends (Heizung an) und nachts (aus). Die Konfiguration erfolgt im Menü „Zeitprogramme“ durch einfaches Antippen der gewünschten Uhrzeit auf einer Tagesgrafik.
Ein praktisches Beispiel: Für ein Einfamilienhaus mit zwei Personen, die tagsüber arbeiten, könnte das Programm so aussehen:
- Montag–Freitag: 6:00–8:00 Uhr Raum-Soll 21 °C, 8:00–17:00 Uhr 18 °C (Absenkbetrieb), 17:00–22:00 Uhr 21 °C, 22:00–6:00 Uhr 17 °C (Nachtabsenkung)
- Samstag–Sonntag: 8:00–23:00 Uhr 21 °C, 23:00–8:00 Uhr 17 °C
Die Warmwasserbereitung können Sie parallel schalten, z.B. jeden Tag von 5:00–6:00 Uhr und 18:00–19:00 Uhr, um den Speicher auf 50 °C zu laden. Die Steuerung zeigt dabei an, ob die Zeiten überlappen – etwa wenn Sie Heizung und Warmwasser gleichzeitig benötigen, was oft zu einer Prioritätenschaltung führt (Warmwasser vor Heizung).
Ein nützlicher Trick: Nutzen Sie die „Partyfunktion“ – drücken Sie im Hauptmenü auf „Heizen“ und dann auf das Party-Symbol. Dies aktiviert für 4 Stunden die gewählte Zimmertemperatur, unabhängig vom Zeitprogramm. Ideal für Feiern oder wenn unerwartet Gäste kommen.

Was sagen die Besitzer zur Bedienung?
Langzeitnutzer der ÖkoFEN Pellematic Plus heben besonders die intuitive Touch-Steuerung hervor. Ein Besitzer aus Bayern schreibt: „Die Menüführung ist logisch aufgebaut – ich habe die Heizkurve nach einer Stunde selbst eingestellt, ohne die Anleitung zu lesen. Die Live-Grafik der Vorlauftemperatur ist klasse.“ Ein anderer Nutzer aus Nordrhein-Westfalen betont: „Die Wochenzeitschaltung ist genau das, was ich brauche. Ich programmiere sie mit dem Finger auf dem Display, und die Kinder können sie nicht versehentlich verstellen (Kinder-Sperre aktivierbar).“
Kritik gibt es an der Reaktionsgeschwindigkeit des Displays bei kaltem Wetter (unter 5 °C im Heizraum). „Der Touchscreen reagiert manchmal träge, wenn die Raumtemperatur niedrig ist – das ist aber selten ein Problem, da der Kessel selbst dann heizt“, merkt ein Nutzer an. Ein weiterer Punkt: Die Menüs sind zwar auf Deutsch, aber Fachbegriffe wie „Heizkurve“ und „Vorlauftemperatur“ können für absolute Laien anfangs schwer verständlich sein. Die meisten Besitzer empfehlen, zumindest die ersten zwei Wochen die Steuerung mit einem Fachmann durchzugehen, um das volle Potenzial auszuschöpfen (siehe ÖkoFEN Pellematic Plus: Kaufberatung und Preisvergleich).
Zusätzlich freuen sich Besitzer über die Möglichkeit, die Steuerung über die App zu erweitern (Details im Artikel ÖkoFEN Pellematic Plus: App und Fernsteuerung). Aber selbst ohne App ist das lokale Display mehr als ausreichend für den Alltag.
Häufig gestellte Fragen zur Steuerung und Bedienung
Wie setze ich das Touch-Display auf Werkseinstellungen zurück?
Gehen Sie ins Menü „Einstellungen > System > Werkseinstellungen“. Bestätigen Sie mit dem Code 1234 (Standard-PIN). Achtung: Dabei gehen alle persönlichen Zeitprogramme und Heizkurven verloren. Notieren Sie sich vorher die Werte.
Kann ich die Steuerung durch einen Stromausfall beschädigen?
Nein. Die Pellematic Plus hat eine interne Stromversorgung mit Puffer. Bei einem Stromausfall bleiben die Einstellungen für mehrere Wochen erhalten. Nach Wiederkehr der Spannung arbeitet das System mit den gespeicherten Parametern weiter.
Warum zeigt das Display „Wartung erforderlich“? Kann ich das zurücksetzen?
Diese Meldung erscheint nach 500 Betriebsstunden oder nach einem Jahr (je nachdem, was zuerst eintritt). Sie erinnert an die Wartungstipps für lange Lebensdauer. Nach Durchführung der Wartung (durch Fachmann) können Sie die Meldung im Menü „Wartung > Zurücksetzen“ quittieren.
Wie kann ich die Kindersicherung aktivieren?
Im Menü „Einstellungen > Sicherheit > Kindersicherung“ können Sie einen 4-stelligen PIN vergeben. Danach sind alle Einstellungen außer dem Ein-/Ausschalten des Kessels gesperrt. Zum Deaktivieren geben Sie den PIN ein.
Die Hintergrundbeleuchtung des Displays ist mir zu hell/dunkel. Kann ich sie ändern?
Ja. Drücken Sie im Hauptmenü auf das Zahnrad-Symbol, dann auf „Display > Helligkeit“. Sie können den Wert von 0 (Minimal) bis 100 (Maximal) einstellen. Standard ist 80. Eine niedrigere Helligkeit spart zudem minimal Strom (ca. 1 Watt).
Der Kessel springt nachts trotz Nachtabsenkung an. Liegt es an der Steuerung?
Mögliche Ursache: Die Warmwasserbereitung oder die Zirkulationspumpe läuft auch nachts. Prüfen Sie im Zeitprogramm für Warmwasser, ob keine nächtliche Ladung eingestellt ist. Oder die Heizkurve ist zu steil eingestellt, sodass der Kessel bereits bei geringen Außentemperaturen aufheizt. Überprüfen Sie die Heizkurve und reduzieren Sie ggf. die Neigung um 0,1–0,2 Kelvin.




