ÖkoFEN Pellematic Plus: Pelletlager und Saugsystem – Worauf Sie achten müssen
Das Pelletlager und das Saugsystem sind das Herzstück jeder ÖkoFEN Pellematic Plus. Denn selbst der beste Brenner nützt nichts, wenn die Pellets nicht zuverlässig und staubfrei ankommen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihr Pelletlager optimal planen, welche Saugleitungslängen realistisch sind und worauf Sie bei der Installation achten sollten, um typische Probleme zu vermeiden.
Wie groß muss das Pelletlager für die ÖkoFEN Pellematic Plus sein?
Die empfohlene Lagergröße hängt von Ihrem jährlichen Heizbedarf ab. Für die Pellematic Plus mit einer Heizleistung von 6 bis 24 kW rechnet man mit einem Jahresverbrauch von etwa 2,5 bis 5 Tonnen Pellets. Ein Kubikmeter (m³) Pellets wiegt rund 650 kg – das entspricht etwa 1.100 Litern Heizöl. Ein Lager mit 6 m³ nutzbarem Volumen (entspricht ca. 3,9 Tonnen Pellets) deckt daher bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche gut ein Jahr ab. Achten Sie darauf, dass der nutzbare Raum durch die Schrägen im Lager nicht kleiner wird als geplant – ÖkoFEN empfiehlt mindestens 4 m³ netto.
Das Saugsystem benötigt zudem eine ausreichende Bodenfreiheit: Die Sauglanze muss etwa 30 cm über dem Boden montiert werden, damit keine Feuchtigkeit oder Staub angesaugt wird. Planen Sie daher eine Mindesthöhe von 2,2 m für das Lager ein.

Welches Saugsystem wird bei der ÖkoFEN Pellematic Plus verwendet?
ÖkoFEN setzt auf ein pneumatisches Saugsystem mit einer zentralen Saugturbine im Gerät. Die Pellets werden über eine flexible oder starre Saugleitung (25 mm oder 50 mm Durchmesser) direkt aus dem Lager zum Brenner transportiert. Die maximale Sauglänge beträgt bei der Pellematic Plus bis zu 20 Meter horizontal und 8 Meter vertikal – das reicht für fast alle Einfamilienhäuser. Bei längeren Distanzen ist eine Zwischenverstärkung nötig, die ÖkoFEN optional anbietet.
Ein entscheidender Vorteil: Das System arbeitet mit Vakuum, nicht mit Druck. Das bedeutet, dass selbst bei Undichtigkeiten in der Leitung kaum Pellets austreten – der Unterdruck sorgt dafür, dass Staub im Lager bleibt. Allerdings muss die Saugleitung absolut dicht sein, sonst sinkt die Förderleistung. Verwenden Sie daher nur ÖkoFEN-zertifizierte Rohre und Dichtungen.
Was tun bei Verstopfungen im Saugsystem?
Verstopfungen treten meist durch zu grobe Pellets oder Feuchtigkeit auf. Typische Symptome: Die Anlage meldet „Pelletmangel“, obwohl der Vorratsbehälter noch voll ist. Prüfen Sie zuerst den Saugschlauch auf sichtbare Knicke – eine häufige Ursache bei Installationen mit scharfen Biegungen. Reinigen Sie dann die Sauglanze im Lager: Entfernen Sie alle Pellets um die Lanze herum und säubern Sie den Siebeinsatz mit einer Bürste.
Bei der Pellematic Plus können Sie auch den Fehlercode F4 auslesen (siehe ÖkoFEN Pellematic Plus: Fehlercode F4 beheben). Tritt dieser auf, ist meist das Saugsystem blockiert. Führen Sie eine manuelle Saugzyklusprüfung über das Touch-Display durch (Menü → Service → Saugtest). Läuft die Turbine an, aber kein Pellet kommt, hilft nur noch das Zerlegen der Saugleitung an den Verbindungsstellen.
Wie wichtig ist die Bodenplatte im Pelletlager?
Sehr wichtig – und oft unterschätzt. Ein unebener oder feuchter Boden führt zu stehenden Pellets im unteren Bereich, was Schimmel und Verklumpungen begünstigt. ÖkoFEN empfiehlt eine geneigte Bodenplatte mit etwa 10° Neigung zur Sauglanze hin. So rollen die Pellets selbstständig nach. Ist der Boden zu flach, bleiben bis zu 20 % der Pellets liegen – das sind schnell 500 kg Verlust pro Jahr.
Zusätzlich muss der Boden aus Beton oder Estrich bestehen, nicht aus Holz. Holz saugt Feuchtigkeit und führt zu Quellungen, die die Abdichtung des Lagers gefährden. EineBitumenabdichtung gegen aufsteigende Feuchte ist Pflicht, besonders bei Lagerräumen im Erdgeschoss.

Welche Feuchte und Temperatur sind im Pelletlager ideal?
Pellets sind hygroskopisch – sie nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Ideal sind 10–15 °C bei einer relativen Luftfeuchte von max. 60 %. Ab 70 % quellen die Pellets auf und zerfallen zu Staub. Ein einfacher Hygrometer aus dem Baumarkt für 10 Euro reicht zur Kontrolle. Stellen Sie sicher, dass der Raum gut belüftet ist, aber ohne direkten Zug zur Außenluft – sonst steigt die Feuchte bei Regen.
Vermeiden Sie Wärmequellen im Lager (Heizungsrohre, Warmwasserspeicher). Steigt die Temperatur über 20 °C, trocknen die Pellets aus und bilden mehr Feinstaub. Bei der Pellematic Plus können Sie im Service-Menü einen Temperaturfühler anschließen, der bei Überschreitung eine Warnung ausgibt – eine nützliche Option für den Profi.
| Problem | Handlungsbedarf |
|---|---|
| Restfeuchte im Lager > 12 % | Meist nicht akut, aber kontrollieren |
| Rel. Luftfeuchte > 70 % für 2 Wochen | Benötigt bald Aufmerksamkeit (entweder belüften oder Pellets entnehmen) |
| Saugleitung mit sichtbaren Knicken | Sofort beheben, da Förderleistung sinkt |
| Bodenplatte ohne Gefälle | Nicht akut, aber bei Neubau korrigieren |
| Feuchte Flecken an den Wänden | Benötigt bald Aufmerksamkeit (Ursache suchen) |
Wie wird das Saugsystem richtig installiert?
Die Installation sollte ein Fachbetrieb durchführen, aber als Betreiber sollten Sie die Grundlagen kennen: Die Saugleitung vom Lager zum Kessel muss mit möglichst wenigen Bögen (max. 4 Stück) verlegt werden. Jeder 90°-Bogen reduziert die Reichweite um etwa 2 Meter. Verwenden Sie bevorzugt 50-mm-Rohre, da diese weniger druckverlustanfällig sind als 25-mm-Leitungen. Die Turbine der Pellematic Plus arbeitet mit 230 V und einer Leistung von 500 W – das ist ausreichend für die meisten Anwendungen.
Achten Sie auf eine saubere Durchführung durch die Wand: Hier muss eine dichte Manschette sitzen, damit keine Feuchtigkeit ins Lager zieht. Nach der Installation sollten Sie einen Saugtest mit mindestens 10 Saugzyklen durchführen – die Förderzeit pro Zyklus beträgt etwa 2 Minuten. Falls nach 3 Zyklen noch kein Pellet am Brenner ankommt, überprüfen Sie die Dichtheit der Leitungen.
Was sagen Betreiber zur Pelletlager-Erfahrung?
Viele Nutzer loben die einfache Handhabung des Saugsystems bei der Pellematic Plus. Eine typische Rückmeldung: „Das Lager ist trocken, und die Pellets kommen immer zuverlässig an – selbst bei −15°C.“ Einige berichten jedoch, dass bei zu feinen Pellet-Qualitäten (kleiner 5 mm) die Sauglanze etwas verstopft. „Ich verwende jetzt nur noch zertifizierte ENplus-A1-Pellets, und das Problem ist weg.“
Ein kritischer Punkt: Bei sehr langen Saugleitungen über 15 Meter hört man manchmal ein Pfeifen. Das ist kein Defekt, sondern ein Zeichen für hohe Strömungsgeschwindigkeit. „Der Techniker hat mir gesagt, ich solle die Leitung an der Wand fixieren, um Vibrationen zu vermeiden – seitdem ist es ruhig.“ Lesen Sie dazu auch unseren Artikel ÖkoFEN Pellematic Plus: Wartungstipps für lange Lebensdauer.
Häufig gestellte Fragen zu Pelletlager und Saugsystem
Frage: Kann ich das Pelletlager auch nachträglich vergrößern?
Antwort: Ja, aber nur, wenn Sie die Raumaufteilung ändern. Achten Sie darauf, dass die Saugleitung nicht länger als 20 Meter wird. Für Nachrüstungen gibt es ÖkoFEN-Kit-Lösungen mit Verlängerungsrohren.
Frage: Wie oft muss das Pelletlager gereinigt werden?
Antwort: Einmal jährlich vor der Heizsaison. Entfernen Sie Staubansammlungen und prüfen Sie den Boden auf Feuchte. Eine gründliche Reinigung reduziert Aschebildung im Brenner.
Frage: Was kostet die Nachrüstung eines Saugsystems?
Antwort: Je nach Leitungsführung zwischen 1.200 und 2.500 Euro inklusive Montage. Das ist günstiger als ein Schneckensystem mit 3.000 bis 5.000 Euro. Lesen Sie dazu auch ÖkoFEN Pellematic Plus: Kaufberatung und Preisvergleich.
Frage: Funktioniert das Saugsystem auch bei Stromausfall?
Antwort: Nein. Die Turbine benötigt 230 V. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) ist nicht vorgesehen, aber für den Notfall können Sie Pellets manuell in den Vorratsbehälter schaufeln.
Frage: Gibt es eine App, die den Füllstand im Lager anzeigt?
Antwort: Ja, über die ÖkoFEN-App können Sie den Füllstand überwachen, sofern ein Sensor im Lager installiert ist. Mehr dazu unter ÖkoFEN Pellematic Plus: App und Fernsteuerung.
Frage: Wie finde ich die richtige Saugleitungslänge?
Antwort: Messen Sie die tatsächliche Distanz vom Lagermittelpunkt zum Kessel plus 2 Meter Reserve. Die maximale Länge ist 20 Meter. Bei Zweifeln hilft ein Fachbetrieb mit einem Druckverlustrechner.




